Wasserstoff für Schiffe – die saubere Zukunft auf dem Wasser

Wasserstoff für Schiffe – die saubere Zukunft auf dem Wasser

Der große Hoffnungsträger für nachhaltige und damit auch klimafreundliche Kraftstoffe ist momentan Wasserstoff. In vielen Ländern gibt Überlegungen, die großen Containerschiffe mit Wasserstoff anzutreiben, denn sie gelten als große Klimaschädlinge, die die verschmutzen. Australien hat bereits zu Beginn des Jahres 2022 für Fakten gesorgt und ein Schiff, das mit Wasserstoff fährt, vom Stapel gelassen. Andere Länder wollen diesem Beispiel nun folgen und ebenfalls Wasserstoff für Schiffe als sauberen Antrieb nutzen.

Wasserstoff für Schiffe als Alternative

Am 28. Januar 2022 war es so weit: In der australischen Hafenstadt Hastings ging die „Suiso Frontier“ auf die Reise, gefüllt mit Wasserstoff. Dieser Wasserstoff wurde auf dem Seeweg nach Japan gebracht und es war das erste Mal, dass auf diese Weise flüssiger Wasserstoff mit einem Schiff von einem Land zu einem anderen Land transportiert wurde. Alle, die Wasserstoff für Schiffe als Antriebsenergie befürworten, ist damit zugleich die Hoffnung verbunden, dass es eine Alternative zu den fossilen Brennstoffen wie Diesel gibt. Kann Wasserstoff im flüssigen Zustand auf dem Meer transportiert werden, dann hat er ein 800-mal geringeres Volumen, als es bei der gasförmigen Variante der Fall ist.

Notwendig ist dafür aber eine niedrige Temperatur, die im Fall des australischen Schiffes bei Minus 253° Grad lag. Das 116 Meter lange Schiff kann in seinem Tank bis zu 1250 Kubikmeter flüssigen Wasserstoff transportieren, jedoch gibt es einige gravierende Nachteile.

Vorteile und Nachteile

Der große Nachteil beim Transport als auch beim Antrieb durch Wasserstoff für Schiffe ist, dass dieser Prozess energieaufwendig, sehr teuer und zudem kompliziert ist. Trotz der Nachteile wollen Australien und Japan an der Ausweitung des Projektes festhalten. Die Fahrt von Hastings in die japanische Hafenstadt Kobe ist schließlich erfolgreich verlaufen. Eine echte Kommerzialisierung streben die beiden Staaten aber erst für das Jahr 2030 an. Dann sollen, vor allem in Japan, größere Schiffe sowie neue Terminals gebaut werden. Langfristig soll die Zusammenarbeit Wasserstoff für Schiffe 30.000 neue Arbeitsplätze bringen. Das erklärte Ziel ist jedoch, eine immer saubere zu gewinnen und gleichzeitig die schädlichen Emissionen zu senken.

Wasserstoff als Antrieb auch für Yachten

Wasserstoff für Schiffe heißt ebenfalls Wasserstoff für Yachten und andere privat genutzte Schiffe. Die Frage ist hier jedoch: Wie viel kostet ein solches Schiff, das mit Wasserstoff fährt? Rund eine halbe Milliarde Dollar müsste derjenige bezahlen, der ein solches Schiff bauen lässt, dafür kann das Schiff eine Strecke von 7000 Kilometern zurücklegen. „Aqua“ heißt das Design des Bootes, das ein Architekt auf den Niederlanden entworfen hat. Dieses futuristisch anmutende Schiff bietet Platz für 31 Crew-Mitglieder und 14 Passagiere, die in einem luxuriösen Ambiente die Seereise genießen können.

So gibt es beispielsweise ein Fitnessstudio, was sich über die ganze Breite der Yacht erstreckt. Einen fantastischen Blick auf das Meer bietet außerdem der geräumige „Owner’s Pavilion“ im vorderen Teil der Yacht.

Die technischen Daten

Das Besondere an dieser Yacht ist der Antrieb: Eine erzeugt aus Wasserstoff . Mit diesem Strom werden zwei Elektromotoren angetrieben, die eine Leistung von einem Megawatt haben. Auf dem 112 Meter Schiff langen werden zwei jeweils 28 Tonnen schwere Tanks verbaut, die umweltfreundlichen Treibstoff enthalten, der für 3750 Seemeilen ausreicht. Hier wird der Wasserstoff ebenfalls bei Minus 253° Grad gelagert. Die Höchstgeschwindigkeit der Yacht beträgt 17 Knoten, mit einem herkömmlichen, fossilen Treibstoff wären es nur zwischen zehn und zwölf Knoten.

Wer kann sich so ein Schiff überhaupt leisten? Zunächst hieß es, dass Bill Gates, der Microsoft-Gründer, den Bau der Yacht in Auftrag gegeben hat. Allerdings wurde dies bereits dementiert, denn das , was für das Design der Yacht zuständig ist, unterhält keine Verbindungen zu Gates.

Viele Fans und wenig Käufer

Obwohl Wasserstoff für Schiffe und Autos als Treibstoff der gesehen wird, gibt es nur wenige Personen, die Autos, Motorräder oder eine Yacht kaufen würden. Wasserstoff hat zwar viele Fans, aber im Gegensatz zum E-Auto werden sich deutlich weniger Kunden finden, die ein Wasserstoffauto fahren wollen. Dabei können diese Autos, ebenso wie die Yachten, schnell und einfach betankt werden, zudem sind sie nachhaltig und schonen das Klima.

Fazit

Grüner Wasserstoff als Treibstoff gilt nach wie vor als Hoffnungsträger für eine klimaneutrale Zukunft. In Deutschland gaben bei einer Umfrage 30 Prozent der Befragten an, dass sie ein wasserstoffbetriebenes Auto einem Elektroauto oder einem klassischen Benziner vorziehen würden. Die Autohersteller und die Reedereien sind zwar bereit für den Antrieb Wasserstoff, was aber noch dringend gebraucht wird, ist eine passende Infrastruktur. 100 Tankstellen in ganz Deutschland, an denen Wasserstoff getankt werden kann, ist einfach zu wenig und auch die Infrastruktur in den Häfen wartet weiterhin auf die entsprechenden Umbauten.

Bild: @ depositphotos.com / aa-w

Ulrike Dietz