Ist Wasserstoff für Motorräder der Treibstoff der Zukunft?

Ist Wasserstoff für Motorräder der Treibstoff der Zukunft?

Motorräder und Alternativen zum Benzin – dies ist eine nicht ganz so einfache Lösung. So sind Elektro-Motorräder deutlich teurer als die klassischen Modelle, die mit Benzin fahren. Zudem lassen die Reichweiten und Ladeleistung zu wünschen übrig, für lange Touren sind die Motorräder mit Elektroantrieb nicht geeignet. Ein Unternehmen aus China hat sich jetzt entschlossen, das Problem zu lösen, und zwar mit Wasserstoff für Motorräder. Alle, die in der Brennstoffzelle die Energie der Zukunft sehen, sind von der neusten Entwicklung begeistert. Ist Wasserstoff für Motorräder aber tatsächlich eine brauchbare Lösung?

Die Diskussion unter Motorradfahrern

Wenn Motorradfans über die Zukunft reden, dreht sich das Thema in der Regel um den passenden Antrieb. Die einen bevorzugen die elektrische Variante, selbst wenn sie eine Reihe von Nachteilen aufweist, die anderen sind begeistert vom Wasserstoff für Motorräder, der eine umweltfreundliche Form des Motorradfahrens anbietet. Die Mehrzahl der Biker ist sich aber einig, dass elektrisch angetriebene Motorräder keine Zukunft haben. Diese Modelle bringen eine verhältnismäßig schwache Leistung, eine nur sehr kurze Reichweite, sie werden zu schwer und sind in der Anschaffung teuer. Motorradfahrer sind, anders als viele Autofahrer, keine Pendler. Sie fahren gerne lange Strecken und dafür sind die Modelle mit Elektromotor einfach nicht gedacht.

Ist Wasserstoff für Motorräder die Lösung?

In Flächenstaaten wie Australien, Kanada oder den USA, sind die Lademöglichkeiten für elektrisch betriebene Motorräder kaum zu finden. In Europa sieht das anders aus, trotzdem möchte die Mehrzahl der Motorradfahrer eine Alternative zum Elektromotor. Wasserstoff für Motorräder ist hier ein Weg, den viele akzeptieren würden. Beim Antrieb durch Wasserstoff spielen die Gewichtsprobleme und die zu geringen Reichweiten keine Rolle mehr. Das chinesische Unternehmen „XiDEA“ hat sich mit dem Thema Wasserstoff als Antrieb für Motorräder beschäftigt. Auf der Motorradmesse in Chongqing wurde dem Publikum bereits ein Konzept-Motorrad mit einer Brennstoffzelle vorgestellt. „XCELL“ nennt sich dieses Zweirad, das seine elektrische Energie aus der Brennstoffzelle bekommt. Das neuartige Motorrad ist zu diesem Zweck mit vier kleinen Wasserstofftanks ausgestattet. Das Modell, das auf der Ausstellung gezeigt wurde, sieht sehr futuristisch aus. Viel mehr als der neue Antrieb ist über dieses Modell allerdings noch nicht bekannt.

Ein Motorrad für die Zukunft?

Das neue Motorrad aus China soll aber noch weitere, sehr interessante Features haben. So lässt sich angeblich der Lenker elektrisch verstellen, das Gleiche gilt für die Fußrasten und den Sitz. Laut des Herstellers „XiDEA“ hat das Zweirad mit Brennstoffzelle ein intelligentes und aktives Sicherheitssystem sowie Kameras und Sensoren. Mit diesem Motorrad könnte es gelingen, die Modelle, die einen anderen Antrieb als einen Benzinmotor haben, endlich aus der Nische der Exoten herauszuholen. Die Konkurrenz schläft aber nicht, denn nicht nur China macht sich Gedanken darüber, wie der Antrieb für Motorräder in der Zukunft aussehen wird. In Japan wird ebenfalls daran gearbeitet, damit Wasserstoff für Motorräder salonfähig wird.

Was planen die Japaner?

Japan ist ebenfalls ein Land, was in Sachen alternativer Antrieb für Motorräder ganz vorn mit dabei ist. So will Kawasaki Motorräder sowohl mit einem Elektromotor als auch mit Wasserstoffantrieb bauen. Schon im vergangenen Jahr hatten die Japan verkündet, dass sie bis 2025 zehn Elektro- und Hybridmotorräder auf den Markt bringen wollen. Bis 2035 sollen auf den internationalen Märkten nur noch hybride oder batterieelektrische Autos und Motorräder angeboten werden. Kawasaki geht hier aber noch einen Schritt weiter, denn offenbar sind auch Motoren mit Wasserstoff als Treibstoff geplant. Das Besondere daran ist, dass keine Brennstoffzelle zur Gewinnung von Strom benötigt wird. Der Wasserstoff für Motorräder und für Autos soll direkt in den Brennraum eingespritzt und dort verbrannt werden. BMW hatte mit Hydrogen 7 vor einigen Jahren die gleiche Idee. Die Versuche dazu wurden jedoch nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Keine langen Ladezeiten

Den meisten Bikern an einem Motorrad mit Brennstoffzelle gefällt, dass, anders als bei einem Motorrad mit Elektromotor, die lange Ladezeit entfällt. Die Modelle mit Stromantrieb sind zu schwer und die Akkus auf Dauer viel zu teuer. Geeignet sind diese Zweiräder nur für kurze Fahrten in der Stadt. Wer eine längere Tour unternehmen will, muss weiter auf einen Verbrennungsmotor setzen oder auf Wasserstoff umsteigen.

Fazit

Ein Problem ist aber die Versorgung und die Speicherung des Wasserstoffs. Die Hochdrucktanks, die aktuell eingesetzt werden, sind für Motorräder kaum geeignet. Eine Erfolg versprechende Lösung ist die Speicherung des leicht flüchtigen Gases in einer Art Kartusche, die man mit nur wenigen Handgriffe austauschen kann. Ein solches Konzept hat in diesem Jahr bereits „Segway“, ein Tochterunternehmen des chinesischen Handyherstellers Xiaomi, auf den Weg gebracht. Angeblich gibt es bereits ein Modell, was seriennah ist, den Namen „Apex H2“ trägt und über 82 PS verfügt. Hier wird der Wasserstoff bereits in Kartuschen gespeichert.

Bild: @ depositphotos.com / fxquadro

Ulrike Dietz