Wie sieht die Wasserstoff Zukunft in Deutschland aus?

Wie sieht die Wasserstoff Zukunft in Deutschland aus?

Energiewende – dieses Wort ist omnipräsent und wird nicht von allen gerne gehört. Energiewende bedeutet, dass keine fossilen Brennstoffe wie Gas oder Öl mehr verwendet werden. An ihrer Stelle soll neben erneuerbaren Energien aus Wind und Wasser, auch Wasserstoff genutzt werden. Deutschland will klimafreundlicher werden und die Wasserstoff ist da schon fest eingeplant. Allerdings gibt es hier ein Problem, denn die Herstellung von Wasserstoff ist sehr energieintensiv, was im Endeffekt für neue Abhängigkeiten sorgt.

Die Wasserstoff Zukunft kostet Energie

Wasserstoff ist in der Lage, mehr zu speichern, als dies bei fossilen Brennstoffen der Fall ist: Ein einziges Kilogramm Wasserstoff liefert so viel Energie wie 2,8 Kilogramm Benzin. Wasserstoff ist ein Gas, das in der Natur nur gebunden vorkommt, wie beispielsweise in Erdgas oder eben in Wasser. Um die Energie nutzen zu können, muss es zuerst aus dieser Verbindung gelöst werden. In Deutschland stammt die benötigte Energie für diesen Prozess bislang zum größten Teil noch aus den fossilen Brennstoffen Erdgas und Erdöl, was natürlich nicht umweltfreundlich ist. Deshalb wird die Wasserstoff Zukunft in Deutschland von vielen auch kritisch hinterfragt. Handelt es sich um den sogenannten „grauen“ Wasserstoff, dann entsteht nämlich eine Menge klimaschädliches CO2.

Der Preis entscheidet

Der „graue“ Wasserstoff hat einen entscheidenden Vorteil: Er ist billig, was sich jedoch aufgrund der Energiekrise gerade ändert. Bedingt durch die aktuelle Knappheit an Energie ist folgende Situation eingetreten: Die Kosten für den umweltschädlichen „grauen Wasserstoff“ sind schneller gestiegen als die Kosten für den umweltfreundlichen „grünen“ Wasserstoff. Die Wasserstoff Zukunft in Deutschland orientiert sich aber nicht unbedingt am aktuellen Geschehen, geplant wird bis ins Jahr 2030. In knapp acht Jahren will die sogenannte „Nationale Wasserstoffstrategie“ die Herstellung von „grünem“ Wasserstoff deutlich voranbringen. Er soll mittels der Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. Ziel ist es, das Wasser durch die Zuführung von ausschließlich nachhaltig gewonnenem aus Wind und , in die Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff zu spalten.

Für die Industrie von Nutzen

Aktuell gibt es noch sehr wenig „grünen“ Wasserstoff, aber er wird immer mehr nachgefragt. Für die Wasserstoff Zukunft in Deutschland soll er nach Möglichkeit immer dort zum Einsatz kommen, wo besonders viel Energie verbraucht wird und wo es keine elektrische Alternative gibt. Dies ist beispielsweise in der chemischen Industrie und der Stahlindustrie der Fall. Nach dem Willen der sollen dort die CO2-Emissionen verringert werden. In der Entwicklung ist die Wasserstofftechnologie außerdem als Treibstoff für Schiffe, LKWs und Flugzeuge. Hier kommt die elektrische Option nicht infrage, da die erforderlichen Batterien viel zu schwer sind. Wenn auf fossile Brennstoffe komplett verzichtet werden soll, muss es einen Treibstoff geben, der weder eine Oberleitung noch eine Batterie braucht, um auch große Fahrzeuge zu bewegen.

Begrenzte Einsatzgebiete

Im Verkehr spielt die Wasserstoff Zukunft kaum eine Rolle und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Die nach wie vor dominierende Rolle im Straßenverkehr spielen die Elektrofahrzeuge, und zwar aufgrund der Entwicklung der Batterien und der schnellen Lademöglichkeiten. Seit Anfang 2021 sind weltweit nur 25.000 Autos unterwegs, die mit Wasserstoff fahren. Im Vergleich dazu: Aktuell sind 15 Millionen Elektro- und Plug-in-Hybridautos im Einsatz.

Die neuen Abhängigkeiten

Der aktuelle Krieg in der Ukraine hat gezeigt, was passieren kann, wenn sich ein Land von einem anderen Land abhängig macht. Bei der Wasserstoff Zukunft in Deutschland wird das aber leider nicht viel anders werden. Der momentane Verbrauch an Wasserstoff liegt bei 50 bis 60 Terawattstunden. Wie hoch allerdings der Bedarf in den kommenden Jahren sein wird, hängt entscheidend davon ab, wie günstig das Herstellungsverfahren ist. Hier schwanken die Angaben zwischen 40 und 180 Terawattstunden. Experten sind sich aber sicher, dass Deutschland nicht in der Lage sein wird, den Bedarf ganz allein zu decken. Somit entstehen durch die Importe wieder neue Abhängigkeiten, beispielsweise aus Australien oder Süd- und Westafrika.

Eine Importnation

Eigenständig wird es Deutschland nicht schaffen, sich mit „grüner“ Energie zu versorgen, Deutschland ist und bleibt eine Importnation für den umweltfreundlichen Wasserstoff. Völlig unklar ist zudem immer noch, wie der Wasserstoff eigentlich nach Deutschland kommen soll. Vielleicht mit dem Schiff oder doch mittels einer Pipeline? Daran wird immer noch geforscht, aber es ist noch lange keine brauchbare Lösung in Sicht.

Fazit

Wenn in den kommenden acht Jahren der Wasserstoff in Deutschland eine Rolle spielen soll, muss noch einiges getan werden. Planspiele allein reichen da leider nicht aus. Fakt ist: Bis heute stehen weder das Partnerland noch die Transportwege für den Wasserstoff fest. Was die Forscher aber heute schon wissen, ist, dass alles, was mit importiertem Wasserstoff zusammenhängt, sehr viel teure Energie verbraucht, die eigentlich gar nicht zur Verfügung steht.

Bild: @ depositphotos.com / macrovector

Ulrike Dietz